Legal Design Thinking für mehr Zugang zum Recht

"Bürgerzentriertheit" ist in der juristischen Welt (nun endlich!) zum Schlagwort geworden.
Langsam wird das Problem (an)erkannt, dass Gerichtsverfahren von Juristen für Juristen gemacht sind, während die eigentlichen "Nutzer" des Rechts die Bürger und Bürgerinnen sind.
Die Digitalisierung der Justiz sollte deswegen den Zugang zum Recht zu Gunsten der Bürger und Bürgerinnen ausbauen, und nicht nur eine digitale Kopie der mangelhaften, veralteten analogen Verfahren mit sich bringen.

Legal Design Thinking ist eine Methode, die bei der Entwicklung von Lösungen in der Justiz den Nutzer, also den Bürger und die Bürgerin in den Vordergrund stellt.
Sie baut auf der Philosophie auf: "Erfolgreiches Design ist darauf angewiesen, die Bedürfnisse der potenziellen Nutzenden der Produkte zu erfüllen, andernfalls ist es wertlos. Ein Stuhl, auf dem man nicht richtig sitzen kann, verfehlt seinen Zweck und wird nicht gekauft."

Dieser Ansatz könnte in der Transformation von Gerichtsprozessen eine Schlüsselposition innehaben, insbesondere unter der Berücksichtigung der nutzerUNfreundlichkeit des bestehenden Systems. Laut Umfragen würden die meisten deutschen Bürgerinnen und Bürger das bestehende Rechtssystem bei Streitwerten bis zu 1.950€ nicht in Anspruch nehmen. Die Durchführung eines Gerichtsverfahrens erscheint zu umständlich, die Erfolgsaussichten zu ungewiss.

Dies sollte bereits genug Aufruf dazu sein, dass sich die Gestaltung von Verfahren viel deutlicher an den Bedürfnisse der überwiegend rechtsunkundigen Bürgerinnen und Bürgern orientieren muss!

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