Kann die Gerichtslinde ein digitaler Ort werden?

Sina Dörr, eine der Gewinnerinnen des "Women of Legal Tech" Awards 2020 plädiert in ihrem Beitrag "Legal Tech, die Bibel, Twix und der Rechtsstaat" für ein rechtliches Grundverständnis von Bürger*innen. Sowohl Informationen und Hilfestellungen zur Einordnung der eigenen Rechtspositionen als auch leicht zugängliche und günstige Instrumente der Konfliktlösung sollten zur Verfügung gestellt werden.
Nur so können Bürger*innen ihre rechtlichen Angelegenheiten überhaupt einordnen und ihre rechtlichen Möglichkeiten erkennen.

Die Realität liegt jedoch weit davon entfernt, führt Dörr fort. Sie zieht den Vergleich zur Bibel, die vor ihrer Übersetzung in Latein geschrieben und damit nur dem Klerus zugänglich war was durch die Wissenshoheit eine starke Ungleichheit mit sich brachte. Ähnlich ist die jetzige Sprache unserer Gesetze die Juristensprache, die für die eigentlichen Adressaten, die Bürger*innen, oft nicht oder nur schwer verständlich ist.

Das Recht gehört den Bürger*innen und entsprechend sollte es diesen einfach gemacht werden, ihre rechtlichen Handlungsräume zu kennen und zu verstehen. Stehen neue, bessere Möglichkeiten zur Verfügung, dann darf sich das bestehende System entwickeln und neue Wege beschreiten.

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